Zum Abschied wurden wir einmal mehr herzlichst umarmt und dann zurück in die weite Welt geschickt, aber natürlich nicht ohne eine ganze Tüte voll mit Früchten aus dem Garten. Diese guten Seelen!
So konnte der Tag doch auch nur gut werden. Wir hatten einen mega guten Lauf und waren in nullkommanix in Astorga. Schon wieder Stadt, aber lange nicht so groß und nervig wie die Großstadt. Hier legten wir lediglich einen kurzen Zwischenstopp ein. Für den restlichen Weg schlugen wir uns gekonnt die Bäuche voll und kullerten mehr als das wir liefen bis nach Murias de Rechivaldo. Im vorletzten Haus des recht übersichtlichen Dorfes versteckte sich eine Hippie Herberge mit einem unerwartet großen Innenhof mit Bar und einem noch größeren Garten. Überall schallte gediegene Musik aus den versteckten Boxen, Leute saßen herum und leckten ihre Wunden, Spatzen hoppelten über den Boden, um die letzten Brotkrümel aus den Ritzen im Beton und Schotter zu piecken.
Eine der etwas beduselten Herbergsmuttis gab uns kaltes Wasser, trug uns im Gästebuch ein und reservierte uns 2 Betten. Da aber jetzt schon Leute am rumsägen und sabbern waren, hielten wir es für die beste Idee unser Zelt endlich mal zu benutzen und schlugen es im Garten auf, wo eine andere Hippiedame gerade dabei war eine junge Frau mit vollem Körpereinsatz zu massieren. Beneidenswert.
Jetzt war Abendessenszeit. Während einige der Pilger ein mit Sicherheit schmackhaftes und gute Laune bringendes Menü genossen, verköstigten wir unser gutes Barguette, Oliven, Thunfisch und einen Bergkäse, bei dem sich die Nackenhaare auf dreiviertel Acht stellten.
Während dem Essen hörten wir von drinnen einen Bayer, der seinen Genossen im Essensraum über eine halbe Stunde krampfhaft zu erklähren versuchte, wo Füssen und der Black Forrest liege. Auf bayrenglisch versteht sich. Bald gab er es auf und trat mit seinem Rotwein in der Hand aus der Tür, dann erblickte er uns. Verdammt! Der hatte schon gerochen, dass wir Deutsche sind. Jetzt sind wir fällig!
Er setzte sich zu uns, bestellte noch einen Krug Bier und fing an zu erzählen. Von Gott, der Welt, vom Universum, seinen Kindern uuuund so weiter. Der gute Mann hatte jedoch schon so die Lampen am brennen, dass er alle paar Minuten den Faden verlor und von vorne anfing. Ohne ihn beleidigen zu wollen, verzogen wir uns unter dem Vorwand, wir wollen noch ein wenig von der Abendsonne genießen und schleiften uns mit blutenden Ohren vom Hof. Die Sonne versteckte sich langsam aber sicher hinter den Wäldern und wir machten es uns im Zelt gemütlich. Keine schnarchenden, pupsenden, kruschelnden Pilger, nur wir, die Natur um uns herum, kuschelig warme Decken, Kissen und Schlafsäcke und unsere hundemüde, erschöpfte Körper, die sich auf den wohlverdienten Schlaf freuten.
Impressionen des Tages:
auf dem Weg: Hier arbeitete und lebte ein Hippie, mittem im Nirgendwo und hatte für uns Pilger einen kleinen Wohlfühltempel mit donativen kalten Getränken und Früchten erbaut. Am liebsten wären wir dort geblieben.
für das perfekte Bild tut man doch alles! Blöd nur, dass trotz der anstrengenden Position nix gescheites dabei herauskam :D







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