Aber da wir ziemliche Fressköppe sind, mussten wir im ersten Ort noch einmal an einem schnuckeligen Hippiecafé Halt machen.
Entweder war in den Räucherstäbchen was drin oder das Essen powerte so sehr, dass wir gar mühelos und taufrisch Mansilla de las Mulas eintrudelten. Auf dem Weg hatte uns ein netter Señor einen Flyer einer ganz neu eröffneten Herberge in die Hände gedrückt, die wir nun aufsuchten. Wir waren wohl auch ziemlich die Einzigen, die diesen Mann getroffen hatten, denn es wohnten nur 3 andere Gäste bei uns und nach uns checkte keiner mehr ein. Wahrscheinlich, weil keiner von der Existenz dieses Tempels wusste. Denn besser hätten wir es heute kaum treffen können. Ein älteres, spanisches, äußerst herzliches Ehepaar hatte hier den Traum
eines jeden Pilgers aufgebaut, alles brandneu, sauber und in top Ausstattung. Zwar gab es keine Späße wie einen Pool oder ein Gammelzimmer, aber darum ging es auch nicht. Es ging um das Gefühl sich wie zu Hause zu fühlen und sich frei zu bewegen. Man musste sich auch gar nicht ekeln, wenn man irgendetwas anfasste. Komischerweise sind immer genau diese Unterkünfte nicht nur die besten, sondern auch die preiswertesten, liebevollsten und fairsten.
Den ganzen Tag abhängen, auf der faulen Haut liegen, kochen, essen und wieder rumfläzen - ein Traum nach 26km Blasenzüchten. Am Abend schafften wir es sogar einen Film zu schauen. Eine absolute Seltenheit auf dem Camino. Als es aber darum ging ins Taxi nach Happyland einzusteigen, wurde es kritisch, denn genau jetzt fingen 2 der 3 Mitbewohner aus unserer Stube an zu gurgeln und zu pusten, sodass an Schlaf kaum zu denken war. Na Supermegaspitzenklasse... Da kam Danilo ein grandioser Geistesblitz: Warum nicht draußen schlafen? Gesagt, getan. Kurze Zeit und einige Motivationsschübe, um den dicken Po aus dem warmen Bett zu erheben, später, lagen wir 2 auf unseren Isomatten, die wir auf dem Kunstrasen im Hinterhof ausgerollt hatten. Mit Schlafsack und Decke war es gut auszuhalten und so konnten wir ganz in Ruhe unter dem funkelnden Sternenzelt einschlafen, ohne japsende, halb erstickende Menschen um uns herum.




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