Wieder war es schweinekalt, aber die frische Luft zwang uns auch dazu einen Gang zuzulegen, was gar nicht so undumm war, hatten wir den Beginn des Tages doch schon wieder etwas vertrödelt. Uns stand ein Berg mit 12% Steigung und 18% Gefälle bevor, dazu noch ein frostiger Wind. Diesen ekligen Teil des Tracks wollten wir doch so schnell wie möglich hinter uns bringen.
Nach dieser recht ruckartigen Erhebung war es erst einmal vorbei mit Bergen, Hügeln und Hubbeln; jetzt folgten endlos weite, weiße, steinige und staubige Pfade quer durch das Nirgendwo.
So sehr wir auch auf das ständige Berg-und-Tal-Wandern fluchen, es gibt nichts schlimmeres als einen gradlinigen Weg, dessen Ende man nicht erblicken kann, es nicht einmal näher zu kommen scheint.
Gegen späten Nachmittag war aber auch diese Etappe überstanden und wir checkten in einer Hippieherberge in Boadilla del Camino ein.
Das Zimmer, in dem 24 Pilger Platz zum Ruhen fanden, war in 2 offene Etagen aufgebaut, wobei die oberen Betten auf einen mit dicken Tauen befestigten Holzempore, die zu schweben schien, standen. Ziemlich cooler Aufbau.
Der mit vielen Kunstwerken und Malereien verzierte Garten hatte einen Pool und führte in das Herbergsrestaurant.
Eben dort nahmen wir unser Dinner ein, dass aus 2 Schüsseln verschiedenkörnigem, teilverdautem Erbrochenem bestand. So sah es zumindest aus. Tatsächlich bekamen wir hier aber eine Kichererbsen- und eine Knoblauchsuppe mit Ei serviert, was der Geschmack uns zum Glück bewies.
Die beiden total lässigen Besitzer flitzten permanent durch die Gegend, um ihre Gäste satt und zufrieden zu machen, waren dabei aber stehts sehr relaxt und keines Sonderwunsches zu müde.
Voll zufrieden ging auch dieser Tag zu Ende und wir schauckelten auf unserem Holzbalkon ins happyland.




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