Montag, 27. Juli 2015

Tag 11 - Fühlt sich an wie Urlaub

Die Morgensonne färbte den Horizont in strahlende, orientalische Farbschleier.
Heute früh war es wieder sehr kühl, nebelig, nass. Also schlüpften wir gleich wieder in unsere wärmenden Klamotten.
Auch heute gab es auf dem track nach Villafranca Montes de Oca nichts erwähnenswertes zu sehen. Hier ein Dorf, da eine Staatsstraße, Feld um Feld. Nicht einmal gravierende Auf- oder Abstiege gab es. Es ging 20km meist an der vielbefahrenen Straße entlang. Viele andere Zpilger trafen wir komischerweise auch nicht. Umso mehr freuten wir uns, als wir in Villafranca ankamen. Hier steppte zwar auch nicht der Bär, aber es gab Menschen und einen kleinen Supermarkt. 
Auf dem Weg nach Villafranca hielt ein Jeep neben uns und überreichte uns einen Flyer eines Hotels. Eben dieses war unser erstes Anlaufziel. Wir liefen auf ein riesiges Gebäude zu, es sah mehr aus wie ein Anwesen. Wir getrauten uns kaum den Eingang zu passieren. Wir fanden heraus, dass in diesem Mauernklotz ein Hotel für gehobenere Herrschaften, eine Herberge für Wanderverrückte und 2 Restaurants, jeweils eines für beide Klassen, sowie einen hübschen, gepflegten Außenbereich gab. Für einen schlappen 5er waren wir aufgenommen und durften uns eigentlich überall aufhalten, wo sich auch die Kostümierten aufhielten. Aber jetzt war erst einmal lunch time. Im Pilger- und Normalo-Restaurant bestellten wir wie die Könige und zahlten wie die Armen, total verrückt; es schien, als meinte es jemand gut mit uns. 
Auch die Zimmer waren top gepflegt, ebenso die Bäder und es gab sogar eine kleine Küche, allerdings stand uns zur Essenszubereitung nur eine klassische Mikrowelle zur Verfügung. Damit Nudeln zu kochen war uns dann doch zu abenteuerlich. Stattdessen suchten wir den kleinen Markt auf und hielten Ausschau nach zu verstrahlendem Fertigessen. Natürlich wurden wir fündig.
So eklig es auch aussah, es war nicht schlechter als manches Pilgermenü.
Wohlgenährt wollten wir im Herbergsgarten die dicken Bäuche in die Sonne strecken und relaxen. Dabei leistete diese süße Madame und ihre Geschwister Gesellschaft. 

Wir fütterten die Kitten mit altem Baguette, worüber die Vierbeiner nur so herfielen. Scheinbar fällt hier nicht oft was vom Goldtellerrand.
Gegen Abend liefen wir noch routineartig ein paar Schritte durch die Straßen, schauten uns hier und da um. Dabei schauten wir einer Scharr alter Damen bei einem seltsamen Spiel zu, das wir beide nicht so recht verstanden - egal, für die Ladies machte es schließlich Sinn.
Beim Bettfertigmachen wurden wir von einer jungen Dame angesprochen: "Ihr seid doch auch Deutsche!" Verdammt, woher weiß sie das nur. Sie erzählte uns, dass wir uns bereits vor ein paar Tagen entlarvt hatten, als wir in einem Restaurant, in dem das Essen wirklich nicht schmeckte, an ihrem Tisch vorbeigelaufen waren und wohl neidisch bemerkten:"So ein Mist, hätten wir mal früher gewusst, dass es hier Ketchup gibt. Das hätte vielleicht etwas gerettet." 
Wir erzählten ein bisschen und es stellte sich heraus, dass sie auch solch eine seltsame allergische Reaktion hatte. Da konnte ich ihr ja weiterhelfen, hatte ich doch diese ganzu Tube Salbe im Rucksack, die ich niemals alleine aufbrauchen könnte. So ist das - Mal braucht man selbst Hilfe und mal ein anderer, man hilft sich gegenseitig immer aus.

Impressionen des Tages:
                      Belorado...

        ...schön und hässlich zugleich


die spanische Bauweise lässt gelegentlich zu wünschen übrig...
                     Villafranca


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