Um 04:30 Uhr ging es schon wieder los, Gekruschel und Gerumpel. An schlafen war jetzt kaum mehr zu denken, obwohl die Nacht ohnehin schon wieder sehr schlaflos und kurz gewesen war. Völlig übermüdet schleppten wir uns eine Etage tiefer, wo ein ausgezeichnetes Frühstück auf uns wartete. Kaffee, Saft, Kakao und Tee, 3 verschiedene Sorten Brot, Käse und Wurst, Marmelade und Kuchen - da hat man was verstanden! Das erste gescheite Frühstück, seitdem wir uns auf dem Jakobsweg befinden. Und das gab Kraft! Sogar so viel, dass wir die 13 km nach Los Acros wie auf Wolken liefen und zügig ankamen. Vielleicht lag es aber auch ein wenig an den dicken und dunklen Gewitterwolken, die hin und wieder einen hellen Blitz herausschickten, aber glücklicherweise war diese Schlechtwetterlaune noch einige hundert Kilometer entfernt. Alles andere wäre auch sau doof gewesen, da hier draußen inmitten von Feldern und Schotterwegen keinerlei Schutzmöglichkeiten gegeben waren.
Auf unserem Weg lernten wir einen waschechten Australier kennen, mit Dreadlocks und Nasenpiercing, so wie man sie dort ständig rumlaufen sieht. Er erzählte, dass er am Tag an die 36 km läuft, das ist schon komplett irre!
In Los Acros machten wir zunächst mal ein Päuschen, legten die Füße hoch und trafen hier und da überall bekannte Gesichter. Zum Beispiel auch die eine Kalifornierin vom Vortag, die uns erzählte, dass sie den Trip eigentlich mit ihrem Freund machen wollte, jedoch trennten die Beiden sich ganze 3 Tage vor der Reise. Auch nett.
Bald erreichten wir Sansol und dort stellte ich fest, dass die kleine allergische Reaktion auf was auch immer, die sich an meinem Bein ausgebreitet hatte, doch um einiges gewachsen war und und wohl auch vorhatte mich weiter zu belästigen. Aber nicht mit mir! Der erste Besuch in der Farmacia folgte. Ich hatte noch keine 2 Worte gesprochen, da wusste die Dame schon Bescheid und drückte mir eine Tube Salbe in die Hand.
So kann man die Sprache auch lernen - einfach mal einen Beipackzettel in spanischer Sprache studieren.
Danach suchten wir ein Café auf, das im Hinterhof einer Herberge angesiedelt war. Ausschlaggebend für unseren Besuch war das Fußbadebecken, das in seiner strahlend blauen Farbe und dem saftigen Grün drum herum zum Verweilen und Relaxen einlud. Leute, es war HERRRLICH!! Wir fühlten plötzlich wieder, dass wir nicht nur verkrüppelte Stummel an unseren Beinenden trugen, sondern Füße, Fersen und Zehen, die sich sogar bewegen ließen, jeder einzelne für sich! ...Faszinierend! Von dem kühlen Nass konnten wir gar nicht genug bekommen, also blieben wir.
schöner! :)
Aber nach gut einer Stunde mussten wir vernünftig sein und weiterziehen, denn die Karte erzählte, dass für heute noch 3 km angesetzt waren. Natürlich vertrauten wir ihr.
Wir liefen los und schon wieder hatte sich der Himmel verdunkelt, es krummelte und der Wind bließ uns um die Ohren. Es wäre wohl besser, wenn wir uns beeilen würden. Den Berg vor uns hechteten wir wie blöd hinunter, um vor Beginn des Unwetters im Trockenen zu sitzen. Verblüfft waren wir erstrecht, als wir, unten angekommen, vor dem Ortsschild Torres del Rio standen. Das sollten 3 Kilometer gewesen sein?! Pffff, dann hätten wir uns wohl kaum so beeilen müssen...Karma, Baby, Karma. Verdammte Karte!
Nachdem das erste Hostel auch hier wieder ausgebucht war, sicherten wir uns im zweiten und letzten Hostel gerade noch eben zwei Betten, zusammen mit unseren französischen Freunden vom Tag zuvor.
Da wir nun echt früh dran waren, genehmigten wir uns ein Nickerchen und das war gold wert! Endlich mal ruhen, ohne Krach und Körpergeräuche!
Jetzt mussten wir nur langsam was zum Futtern besorgen, damit wir danach gleich wieder ins Bett fallen und bis zum nächsten Morgen durchschlafen könnten. Eben dies taten wir und teilten uns dafür eine maximal 1 Sterne Pfanne Paella. Egal, es machte satt.
Keine Minute zu früh kamen wir aus dem Restaurant, dass sich in einem Keller befand, denn es began schon wieder zu gewittern und wir hatten, wie alle anderen auch, unsere Wäsche draußen hängen! Diese lag schon mit all den anderen Sachen auf dem Boden zerstreut, wir sammelten kollektiv einfach mal alles ein, danach verzogen wir uns nach drinnen.
Beim Zähneputzen und Bettfertigmachen, bemerkten wir, dass das Zimmer neben an, in dem sich gerade keine Menschenseele befand, komplett unter Wasser stand, weil die Spezialisten vergessen hatten die Dachfenster zu schließen, bevor sie den Raum verließen. Der Besitzer, den wir direkt alarmierten, war sichtlich aufgebracht und verärgert über die leichtsinnigen Pilger und dachte gar nicht daran den See aus dem Raum zu spülen, das mussten die Damen und Herren selbst in die Hand nehmen und so sahen wir wenig später einige Leute mit Putzeimern und Wischmopp durch das Treppenhaus rennen! :D
Nach dem Regen-Donner-Blitz-Spiel öffnete sich der Himmel, der von den letzten Sonnenstrahlen goldglänzend-orange-rot-pink-lila-blau gefärbt wurde und so hell leuchtete, dass man fast eine Sonnenbrille brauchte, um ihn zu bewundern. Dazu wehte ein lauer Wind.
Wie gerne hätte ich dieses Bild mit meiner Kamera festgehalten...
wenigstens Danilos Handykamera hat es versucht visuell zu dokumentieren:
sonstige Impressionen des Tages:
zauberhaftes Wetter
Internetverbindung!









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