Trotz der Hitze kamen wir relativ gut voran und schafften es noch vor 14:00 Uhr in Azqueta anzukommen, wo uns ein alter, hargerer und dürrer Opa, der sein Gesicht inklusive Zahnlücken hinter einem krauseligen Ziegenbart versteckte und sich mit aller Kraft an seinen Gehstock klammerte, zusah, wie wir auf einer schattigen Bank mit nettem Ausblick eine kurze Ruhepause vor dem Endspurt einlegten und unsere Füße gegenseitig begutachteten. "Nur noch 2 Kilometer!", motivierte uns der lustige Alte und lachte sich kaputt.
Aber er behielt Recht und so kamen wir so früh wie noch nie an unserer heutigen Endstation an. Das war auch gut so! Denn in dem kleinen Ort namens Villamayor de Monjardin gab es nur 2 Herbergen. Die erste war bereits ausgebucht, die zweite hatte nur noch eine Hand voll Betten frei. Und die waren innerhalb von 10 Minuten vergriffen. Danach wurden noch begrenzte Schlafplätze in den Fluren vergeben. Wir sahen einige arme, verschwitzte Pilger kommen, die kein Glück hatten, und wieder abdampfen mussten. Und dampfen taten die wirklich, kein Wunder bei der Hitze!
Zum Abendessen setzten wir uns mit einigen Franzosen und 2 aus Kalifornien zusammen auf die Terasse und genossen Wein, Käse, Barguette, Kalte Melone und sonstige Leckereien zusammen und unterhielten uns in einer lockeren Runde, währenddessen die Linie auf dem Thermometer ganz langsam herunterkletterte.
Um halb 9 nahmen wir die Einladung des Hostels zu einer gemeinsamen Meditation wahr. Ich hätte ja nie gedacht, dass wir es schaffen würden dabei wirklich zu entspannen, doch die Atmosphäre, die Musik und alles drum herum machten es so perfekt, dass wir mit geschlossenen Augen, in einem Kreis auf dem Boden eines alten Stall- oder Lagerraumes saßen und in eine andere, spirituelle Welt abtauchten. Eine halbe Stunde verharrten wir so, jeder für sich. Um uns wieder zurück zu holen, gab es zum Abschluss eine Tasse heißen Tee und ein paar anregende Gespräche.
Danilo hatte nach dieser Entspannungsphase natürlich vorallem eines im Kopf: ESSEN. Zu gut, dass das Restaurant nebenan noch geöffnet hatte, er bestellte eine Portion Calamares,
danach fielen wir wie 2 Sandsäcke ins Bett. Die Nacht versprach allerdings nicht sonderlich erholsam zu werden, fing der ältere Mann in dem 8er Zimmer doch kräftigst an die Stempel von den Stockbetten beben zu lassen, ein Wunder, dass er davon nicht selbst aufwachte! Denn hier halfen nicht einmal unsere Ohropax...
Impressionen des Tages:
unser lunch: Vollkornkekse, Weichkäse und Chrizo - irgendwo muss ja gesparrt werden...















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