Freitag, 17. Juli 2015

1500 km später...

Wie geplant ging es am Sonntag mit leichten 1,5 Stunden Verspätung los. Sobald wir die französische Grenze überquert hatten, waren wir auf unseren Autoatlas aus dem Jahre 1905 angewiesen, da der Zugarettenanzünder durch unsere Kühlbox blockiert wurde und das Navi somit ausfiel. 2 Minuten später lag das Ding in der Ecke und wir kauften uns eine Faltkarte, mit der wir einigermaßen zurecht kamen - peinliche Generationsmacke. Wer weiß heute noch, wie man eine Karte aus Papier ließt? 

Erstes Etappenziel: Saint Dizier, Lac du Der. "Der See ist wunderschön, dort gibt es einen traumhaften Steg auf den man über den halben See spazieren und dem Sonnenuntergang entgegenlaufen kann. Nehmt euch ne Picknickdecke und ne Flasche Sekt mit!" Daraus wurde ein "Scheiße, der Regen vernebelt mir die Sicht! Wo ist der bescheuerte Steg?! Gib mal die Decke, mir is kalt! Komm, lass die Flasche Sekt exen!". Aber gegen späten Abend fanden wir ein nettes, trockenes Plätzchen zum nächtigen, eine Feuerstelle und zugleich klarte auch das Wetter auf. Na dann, Prost!


Glücklicherweise gab es dort auch ein Toilettenhäuschen und eine "Dusche". Oh nein, französische Toiletten...Wie gerne wäre ich mit einem Y-Chromosom geboren worden...
Aber auch die Duschen waren etwas gewöhnungsbedürftig: Keine Kabienen, kein Sichtschutz nach draußen und eiskaltes Wasser, knapp über 0 Grad. So fängt man den Morgen gerne an, vorallem wenn man mit der Show all die anderen Camper amüsieren kann. Theater a la "2 Hühnchen unterm Wasserstrahl".

Nach einem petit déjeuner starteten wir zunächst Richtung Paris, über Troyes und einem Zwischenstopp in Auxerre, 


wo unsere arme Granny ihren ersten Schaden nahm, als Danilo sie versehentlich gegen diesen kniehohen Pfosten ballerte...
...weiter nach Orléans, Tours und erreichten schließlich, nach knapp 9 Stunden und einem Sonnenuntergang, Angoulême, wo wir mit einem heftigen Feuerwerk empfangen wurden. Etwas außerhalb fanden wir einen Campingplatz und waren äußerst happy, dass dort noch Leben war. Gerade spielte eine Rockband, deren Mitglieder warscheinlich älter waren als unsere Mutter Erde. Etwas ängstlich, dass die Herrschaftchen gleich unter ihren Instrumenten zusammenbrechen würden, verzogen wir uns in die Bar, um den Besitzer des Platzes ausfindig zu machen. Wen wir fanden, war ein überaus dicker, großer Kerl mit bösem Blick und Rockerkutte, der auf irgendetwas herumkaute. Uff, Mut zusammennehmen und ansprechen! Auf einmal erhellte sich seine Miene, der Kerl war sogar richtig freundlich! Da sich aber eine kleine Sprachbarriere zwischen uns aufgebaut hatte, versuchten wir mit Händen und Füßen zu kommunizieren. Das Ende vom Lied war, dass der nette Dicke uns für umme auf den Parkplatz fahren ließ, da das Camping bereits seit 30 Minuten geschlossen war. Duschen und Toiletten konnten wir frei nutzen, wir sollten nur zusehen, dass die Rezeptionisten uns am Morgen nicht erwischen. Alles klar! 
Die Nacht verlief ruhig und nach einer morgendlichen Dusche in angenehmer Temperatur saßen wir schon wieder im Auto. Diesmal war unser Ziel Biarritz, doch bevor wir die Route starteten, schauten wir uns das Städtchen noch etwas genauer an. 





Aber jetzt reichte es mit Stadt und Straße, wir wollten Meer! Und deswegen fuhren wir nach Audenge am Bassin d'Arcachon. Hier berührten unsere Käsefüße zum ersten mal französischen Sand und Atlantikwasser, dass zu unserer Enttäuschung an dieser Stelle pisswarm war und wir hofften, dass es nicht an den zahlreichen Pempersbombern liegen würde, die hier herumpadelten. Es dauerte nicht lange, bis unsere hungrigen Mägen sich meldeten und wir aufbrachen, um ein kleines aber feines Restaurant aufzusuchen. Es gab Fisch vom Feinsten!
Jetzt konnte es weitergehen, ab nach Biarritz! Irgendwann mitten in der Nacht kamen wir dort an. Da der erste Stellplatz, den wir aufsuchten, wegen elektronischer Dauerbeschallung und Diskolicht seinen Reiz schnell verlor, suchten wir uns eine neue Bleibe. Nach ewiger Irrfahrt durch Baustellen und enge Gassen, fanden wir einen Platz, der uns genehm erschien, also blieben wir. Und wir ahnten nicht, was unsam nächsten Morgen erwarten würde...

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