Donnerstag, 23. Juli 2015

Tag 8 - A day to recover

Den Morgen starteten wir wie gewohnt sehr gemütlich und suchten uns zusammen mit einem Deutschen, Niklas, ein Plätzchen zum Frühstücken. Das war auch relativ schnell gefunden. In einem Café wurde ein süßes Frühstück mit Heißgetränk und Fruchtsaft schon für 2,80 € angeboten, endlich mal humane Preise!
Wir unterhielten uns die ganze Strecke bis nach Navarrete so angeregt in unserem Dreiergrüppchen, dass wir die 13km kaum merkten. Dort angekommen begrüßte uns ein alter Mann mit Schnautzer und warb für ein Café ganz in der Nähe, indem er uns mit free coffee köderte. Für mich gab es eine Ausnahme, ich bekam einen sehr leckeren Kakao.
Dort im Café trafen wir auch all die anderen Deutschen, die wir bisher auf dem Camino kennengelernt hatten, wieder. Wir nutzen die Zeit um uns ein wenig auszutauschen und auch um unsere armen Füße ein wenig zu entlasten. Mein rechter Fuß schmerzte inzwischen so sehr und war angeschwollen, dass ich wirklich nur mit Mühe und Not in meinen Schuh hineinkam. Aber ich hatte Glück! Naja, zumindest vorerst. Simone, ein junges Mädel aus Trier, hatte göttlicherweise ein zweites Paar Trekkingsandalen dabei, die sie im Moment nicht brauchte, und war so nett mir diese zu borgen. Das musste ein Wink vom Himmel gewesen sein. 
War das ein sagenhaftes Gefühl meinen Elefantenfuß in einen offenen Schuh zu packen! Der arme Danilo, dem die Käsequanten bestimmt genau so weh taten wie mir, guckte in die Röhre und musste wohl oder übel wieder nur auf seine Flipflops umsteigen.

Auf dem weiteren Weg trafen wir ein paar verrückte Leute!
Da war zunächst der Graubart, bei dem Mann zwischen Haupt- und Gesichtsbehaarung kaum mehr unterscheiden konnte. Er war den Camino selbst schon einige Male gelaufen, zusammen mit seinem Pferd und seinem Hund. Hier scheint er sogar eine kleine Bekanntheit zu sein. Jedenfalls saß er in einem kleinen Kabuff und verteilte die heißbegehrten Stempel für den Pilgerausweis, sowie eine kräftige Portion Motivation für jedermann, der hier vorbeikam. Die nächste verwunderliche aber ebenso prägende Begegnung hatten wir mit einen Franzosen mit Hund und Gitarre, der den Pilgerweg bereits bis Santiago gelaufen war, aber noch eine Schippe draufpackte - er lief den gesamten Weg auch wieder zurück. Sein einziges Problem war, dass ihm mit der Zeit auch das Geld ausgegangen war. Also versuchte er mit seiner Gitarrenmusik ein paar Groschen zu verdienen, um sich und seinen Hund durchzubringen. Er überzeugte uns und natürlich unterstützten wir ihn.

Die nächste Station war Ventosa und, für uns beiden, auch gleichzeitig Endstation für heute. Wir wollten den restlichen Tag nutzen, um die geschwollenen Gelenke endlich wieder auf Normalgröße zu bringen. Dazu lud das Hostel auch wärmstens ein. Beim Eintreten in die Eingangshalle, die mit Nag Champa eingenebelt war, empfing uns eine nette Dame mit eiskaltem Minzblattwasser. In einem 8-Bett-Zimmer hatten wir noch freie Bettenwahl, sodass wir 2 Fensterplätze reservieren konnten. Endlich mal ein wenig unverbrauchten Sauerstoff in der Nacht!
Nach einem stärkenden Mittagessen, relaxten wir im märchenhaften Garten mit Springbrunnen und nahmen ein intensives Fußbad, danach legten wir einen kurzen Mittagsnap ein, hörten ein Hörbuch, standen nur kurz auf, um im hauseigenen Mini Shop ein paar Snacks und ein wenig O.P.-Werkzeug zu kaufen und um einen kleinen Abendspaziergang zu unternehmen, und sanken nach nicht mal einer Stunde wieder in unsere weichen Matratzen. Unsere Körper dankten es uns.

Impressionen des Tages:
ein waschechter Hirte! Schön, dass es sowas noch gibt! 
eine wahnsinnig pompöse Kirche in einem kleinen Dorf auf unserem Weg

               laufen, laufen, laufen...
        unsere Hostelküche, ein Traum!
         der Garten der Auferstehung

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