Samstag, 29. August 2015

Ein herber Verlust

Nach unserem Abschieds-Frozen-Yogurt warfen wir noch einen letzten Abschiedsgruß durch das heruntergekurbelte Fenster und verließen schweren Herzens unser kleines Paradies. 
Ein wirkliches Tagesziel hatten wir uns nicht vor Augen, doch wollten wir die Gironde irgendwie überqueren, ohne die 2 Stunden Extrafahrt, die es gekostet hätte, um drum herum zu fahren, in Kauf nehmen zu müssen. Am besten ging das mit der Fähre von Le Verdon nach Royan. Schlappe 31 Euro leichter und wir drei waren berechtigt on board zu gehen. Der Dapfer schifferte uns die 6 km (Luftlinie) lange Fahrtstrecke nur in 20 Minuten. Ohne jegliche Anstrengung, dafür mit jeder Menge Kindergeschrei und Mövenkot.

Die Einfahrt nach Royan wirkte recht unecht mit dem großen Riesenrad, das so wie aus dem nichts emporragte. Lange wollten wir uns hier nicht aufhalten und so fuhren wir recht zügig weiter, bis die Sonne ihre letzten Strahlen eingepackt hatte und in den wohlverdienten Feierabend verschwand. Nun war es an der Zeit ein stilles Plätzchen zu finden. Leichter gesagt als getan. Eine ganze Weile fuhren entlang dunkler Landstraßen, die nur vom Schein des Mondes erhellt wurden, der ab und zu mal lunste, um zu sehen, was in der Welt so vor sich ging. Immer mal wieder durchfuhren wir kleine Städtchen, doch hier gab es kein freies Parken, dafür Halli Galli an jeder Ecke, wovon auch wir uns schließlich anstecken ließen. Abermals stoppten wir, um uns einen nächtlichen Markt anzuschauen. So unbelebt die Seitenstraßen auch waren, umso großer war das Getummel im Zentrum. Es schien, als würde man von einer Welt in die nächste stolpern. Verkaufsstände so weit das Auge reicht, ein Warensortiment so ausgedehnt und beinahe schwachsinnig, wie man es sich nur im entferntesten Sinne vorstellen kann, schön zum anschauen, bummeln und bald wieder zu vergessen.
Als der Hunger sich meldete, suchten wir unsere Granny auf, denn auf überteuertes Touristenschmaus oder fast food hatten wir gar keine Lust. Es gibt doch nichts über Baguette und Käse! :)
Doch unser Problem hatten wir immer noch nicht gelöst - Wo schlafen wir heute? Na, versuchen wir es einfach mal im nächsten Ort, oder irgendwo auf der Strecke. Eine gute Idee, wie sich herausstellte. Denn wie aus dem Hut gezaubert reflektierten plötzlich unzählige weiße Kästen aus der Dunkelheit. Wohnmobile, in Reih und Glied, eines neben dem anderen. Hier waren wir richtig. Eigentlich suchten wir bloß einen geeigneten Fleck zum Drehen und fanden uns plötzlich auf einem Camping Parkplatz mit direktem Zugang zu Meer. Na dann, auch gut! Weil es hier aber schon so finster war, gaben wir uns geschlagen und besichtigten den Strand erst am folgenden Morgen. Danilo, der Fuchs, packte heimlich ein Frühstückspaket in seinen Rucksack und so konnten wir in der Morgensonne und Ausblick auf die Surferfraktion einfach aber einzigartig frühstücken.
überraschendes Frühstück am Strand, kurz vor La Tremblade

 Den Tag wollten wir nicht ausschließlich im Auto verbringen und so legten wir hier und da ein paar Stopps ein. Zum Beispiel auf der 34 km langen "Mimoseninsel" Ile d'Oléron, die mit durch die Viaduc d’Oléron mit dem Festland verbunden ist. Hier gab es vor allem die Citadelle zu bewundern. Eben auch der Ort, an dem ein wichtiges Mitglied unserer Reisegemeinschaft verloren ging. Unser allseits geliebter und wertgeschätzter, überlebenssichernder Gaskocher. Den pflegten wir bei heißen Temperaturen gerne draußen zu platzieren, auch wenn das vielleicht übertrieben ängstliche Hintergründe hatte. Irgendein Arschgesicht (Entschuldigung!) hatte sich unseres Eigentums bereichert, währenddessen wir die Gemäuer der alten Citadelle begutachteten. Somit gestaltete sich die Zubereitung unseres Mittagessens, das aus Nudeln mit Tomatensoße hätte bestehen sollen, als sehr kompliziert. Jegliche Versuche den kleinen, blauen Mann zu ersetzen, scheiterte. Das Essensangebot auf der Insel war recht mager, außer 2 armen Apfeltaschen, die einsam in der Bäckertheke vor sich hinalterten, gab es hier nicht viel zu holen. Bloß Frischware, die zubereitet werden musste. Also vergassen wir mal unsere Nudeln, und wandelten die Überreste aus Tomaten, Zwiebeln, den Knoblauch und ein Reststück Baguette in  in eine Bruschetta um, die es in sich hatte. Als Danilo anschließend auch noch in einen äußerst geruchsintensiven, taufrischen Hundehaufen getreten war, und leider mit den Schuhen auch schon im Fahrerraum stand, als wir es bemerkten, war unser Schicksal besiegelt. Die Insel meinte es nicht gut mit uns. Wir sollten abhauen, bevor sich noch jemand den Fuß brechen würde. Wir schauten uns noch die ein oder andere Stadt an, dinierten in einem feinen aber durchaus bezahlbaren Restaurant und hielten bald , wie jeden Abend, Ausschau nach einem Platz zum Nächtigen. Aber zuvor wollten wir unbedingt noch Duschen. Das wiederum war noch wesentlich schwerer zu erledigen. Wir fuhren mehrere Strände ab, doch nicht an einem einzigen fanden wir eine Outdoor Dusche. Aber dann gab uns ein bekannter Spruch die Lösung für das Problem: "Dreistigkeit siegt!". Es war bereits 21:30 Uhr, als wir klamheimlich auf den Parkplatz eines Campingplatzes fuhren und die Granny abstellten. Rasch packten wir Handtuch und Shampoo in einen Rucksack und liefen wie selbstverständlich auf das Campinggelände, den Blick starr auf den Duschkomplex gerichtet, wachsam wie ein Kampfhund und gefährlich wie ein Zwergmops. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben so schnell geduscht, wie an diesem Abend, dabei war das warme, weiche Wasser so angenehm. Der Moment, als wir den Wasserhahn zeitgedrungen zudrehten, war wirklich fies. Schnell wuschelten wir uns die Haare ein wenig trocken, zogen uns die alten Klamotten an, um nicht unnötig aufzufallen, und liefen Richtung Tor, das sich um 22:00 Uhr schließen würde. Jetzt war es 22:51 Uhr, als wir 2 Personen erspähten, die am Torhäuschen standen und sich leise unterhielten. Bitte, bitte keine Securities! Je näher wir kamen, desto mehr richteten die beiden Gestalten ihre Aufmerksamkeit auf uns. Im düsteren Licht der Straßenlaterne konnten wir erkennen, dass es ein älteres Ehepaar war. Vielleicht die Besitzer, die gleich den Eingang schließen würden? Wir ließen uns nichts anmerken und liefen ungehindert Hand in Hand und uns unterhaltent, als hätten wir nichts zu verbergen Richtung Ausgang. Kurz bevor wir die Schwelle des Tores übertreten konnten, sprach uns die grau gelockte Dame mit unverzogener Miene an. Uns ging die Muffe, was wollte sie? Auf für uns unverständlichem Kauderwelsch stellte sie uns eine Frage. Wir schauten uns fragend an. "Noues ne parlons pas francais" oder so ähnlich. Die Frau fing an zu lachen und machte eine Geste, die uns klar machte "Ist schon okay, danke trotzdem!". Puuuuh, Glück gehabt. Was auch immer sie wollte, es hatte nichts mit uns zu tun. Nichts wie weg hier.
Einige wenige Kilometer weiter, am Plage de Riez, fanden wir einen geeigneten Stellplatz für die Nacht - kostenfrei. Im Mondschein räumten wir unser Bett frei und kuschelten uns in die Schlafsäcke, um uns aufzuwärmen und taumelten schlaftrunkend ins Land der Träume.

Impressionen des Tages: irgendwie ist nur dieses eine Foto entstanden...

Freitag, 28. August 2015

On detours to Schlaraffenland

Der Morgen begann miesmuschelig. Es war uns nicht gegönnt einen Fuß ins Freie zu setzen, denn es war immer noch stürmisch und wolkenbrüchig. Der arme Danilo, der sich trotzdem nach draußen gewagt hatte, um sich einen Kaffee zu organisieren, kam zurück wie ein begossener Pudel.Widerspruchslos verlegten wir unseren Brunch in die Granny. Das war zwar ziemlich eng, dennoch angenehmer als da draußen.
Guten Mooooorgen Sonnenschein!

Nun aber mal Butter bei die Fische. Wir mussten uns etwas einfallen lassen. Eigentlich wollten wir doch Surfen, jetzt hockten wir antriebslos in der Granny und wussten nicht so wirklich was wir mit uns angefangen sollten. Aber je weiter wir die Küste hinauffuhren, desto teurer war die Leihgebühr für Board und Suit. Wir grübelten, überlegten hin und her, argumentierten. Auch wenn es unvernünftig war, wir entschieden uns dafür wieder nach unten zu fahren, dorthin, wo wir günstig surfen gehen können würden,zurück Richtung Moliets-et-Maa. Das war es uns wert, auch bei schlechtem Wetter! Zack war die Granny umgeräumt und wir saßen erleichtert und froh endlich wieder ein Ziel zu haben im Auto und fuhren die Küste hinunter. Auf dem Weg kamen wir an Hourtin vorbei. Auch das war mir ein Begriff aus früheren Zeiten, ich bat darum einen kleinen Umweg zu fahren. In Hourtin Plage, so kann ich mich erinnern, hatten wir damals schon einmal 3 Wochen Camping-Urlaub gemacht und mir hatte es sehr gut gefallen, auch wenn damals das Wetter auch miserabel war. Egal, ich wollte es zu gerne noch einmal sehen.
Scheinbar hatten wir uns am Tag des jüngsten Gerichtes gut geschlagen, oder wir hatten unser Karma gut gepflegt. Jedenfalls erwartete uns hier der Ort an dem Milch und Honig fließen. Oder eher Ebbe und Flut in unserem Fall. Hourtin Plage war wider Erwarten das, was wir gesucht hatten. Vielleicht war es ein Wink vom Himmel, dass wir hier stoppten, bevor wir die 80 km bis nach Moliets unnötig heruntergerissen hätten. Es passte einfach alles! Das Wetter wurde besser, die Leihgebühr im Paket kostete nur 21 Euro, das Essensangebot gefiel und wir fanden sogar einen tippitop guten Stellplatz für lau. Hier sammelten sich so einige kleine Busse, in denen Surfer und Hippies hausten. Also brauchten wir auch keine Bedenken zu haben von der Polizei vertrieben zu werden. "Die fahren hier zwar jeden Abend mal ihre Runde, aber es juckt sie im Prinzip nicht, wer hier steht. Bloß offenes Feuer solltet ihr vermeiden. Wir ziehen das schon satte 3 Wochen durch.", berichtete uns eine Gruppe von Berlinern.
Optimal! Es gab sogar ein Klohäuschen und Tische und Bänke, schattig war es auch. Also schlugen wir hier erst einmal unser Lager für die nächsten Tage auf, schnappten uns unsere Badesachen, den Geldbeutel und ein Handtuch und liefen zum Strand. Auf dem Weg liehen wir uns zwei Bretter und 2 Anzüge aus. Danach gab es keine Ausrede mehr, ab ins Wasser! Nach 2,5 Stunden waren wir ausgepowert aber glücklich. Das Grinsen konnte uns heute keiner mehr aus dem Gesicht treiben.
So wie dieser Tag endete, folgten die 3 nächsten Tage. Wir bauten uns einen kleinen Alltag auf: Jeden Morgen frühstückten wir backfrische, noch warme Chocolatines, liefen in das Städtchen, dass nur aus dieser einen Straße mit Cafés, Restaurants und Surf Shops bestand, liehen wir in unserem favorisierten Shop unsere Board und Suit aus, liefen damit zum Strand und surften den ganzen Tag. Mittags legten wir eine kleine Mampf- und Schmauspause ein, kochten etwas oder, meistens, kehrten wir im Café unseres Vertrauens "Café de la Plage" ein. Hier gab und gibt es die wohl besten Burger und Pommes der Welt, das beste Personal und eine gemütliche Athmosphäre. Tipp an euch: Jeder, der mal dort sein sollte, ich kann euch einen Besuch nur schwerstens ans Herz legen! Es schmeckt wahnsinnig gut! Und vorallem, probiert mal das hier:

Das ist der SHIT! Frozen Yogurt <3

Nach dem Schmausen ging es zurück aufs Brett. Einige male hauten die Wellen uns schon böse vom Board, doch von ernsthaften Verletzungen blieben wir Gott sei Dank verschont. Und jedes Mal, wenn wir herunterfielen, wuchs der Ehrgeiz nächstes Mal stehen zu bleiben, bis wir es eigentlich recht gut draufhatten. Abends wurde abgerechnet, doch der gleichermaßen stonedte und beschwibste Kerl an der Kasse verrechnete sich ab und zu gerne einmal zu unseren Gunsten. Auch in Ordnung. Den Leuten hier schien es sowieso egal zu sein und wir freuten uns über einen Frozen Yogurt mehr! :)
Nach dem Abendessen fielen wir meist total erschöpft ins Bett und schliefen wie die Murmeltiere bis zum nächsten Morgen durch.Wir lebten also wie die Könige und wollten auch gar nicht daran denken, dass wir irgendwann einmal weiterziehen müssten. Doch der Tag kam, an dem auch wir zusammenpacken mussten...

Impressionen des Tages:

 irgendwo auf dem Weg zwischen Biscarrosse und Hourtin...ganz schön frisch hier!

 ich weiß leider gar nicht mehr wann und wo diese Bilder entstanden sind...laut Kamera jedenfalls irgendwann, bevor wir Hourtin erreicht haben



 unser Stellplatz, erstmal die wiederkehrende Sonne genießen

 Sonnenuntergang und Bierchen! :)


 
 Frühstück in der Granny
 weiter geht's!!!


 Energie sammeln, mhhhhhhhh yummi!
 naja, Übung macht den Meister


ein abendlicher Spaziergang
 Wer war heute wohl mit Abwasch dran...
 der Abschieds-Frozen-Yogurt.... :((
!!!!!!!!

Sonntag, 23. August 2015

zwei Tagesetappen bis Biscarrosse

Zuerst machten wir einen kleinen Stopp in Moliets-et-Maa. Vor ziemlich genau 9 Jahren war ich hier schon einmal mit meinen Eltern und einer Freundin gewesen. Wirklich viel verändert hatte sich hier nichts, so konnten meine Erinnerungen ungehindert aufleben. Auch hier präsentierten sich die üblichen Suferlädchen, die uns mit unsichtbaren Händen anzogen. Am liebsten wären wir geblieben, hätten uns ein Board ausgeliehen und uns in die Wellen gestürzt, doch das Wetter verschlechterte sich von Minute zu Minute. Außerdem war es nicht schlecht noch ein paar Kilometer zu machen. Gut eine Stunde und einen Regenschauer später strandeten wir in Mimizan Plage. Zunächst wollten wir hier gar nicht bleiben, doch ein recht günstiges Angebot des Camping de la Plage stimmte uns um. Grund dafür war der langsam beißende Geruch der Stinkwolke unserer sich sammelnden Wäsche, die sich allmählich im Innenraum der Granny ausbreitete, wir brauchten unbedingt eine Waschmaschine, um den Wäscheberg zu beseitigen. Eine richtige Dusche mit warmem Wasser wäre auch nicht zu verdenken und auch für etwas Strom wären wir sehr dankbar. Kurzerhand checkten wir ein und suchten unseren Stellplatz 639, der sogar von ein paar Bäumen umzingelt war, an denen wir unsere Wäscheleine spannen konnten.
Während die Waschmaschine die letzten Schweißtropfen aus den Textilporen unserer hauptsächlich Pilgerklamotten herausprügelte und mit wohlriechendem Formil Reisewaschmittel versiegelte, genossen wir eine heiße Dusche und speisten mein französisches Leibgericht. Nicht weil es sehr französisch ist, sondern weil ich es immer esse, wenn ich hier bin. Ob das vielleicht am Geldmangel liegt? Baguette mit Gouda, Salatgurke und, ganz wichtig, scharfem Senf. Schon ist die Welt gerettet. Ist das nicht einfach?
Als die Wäsche hing, verdrückten wir uns auf einen Bummelzug durch die Stadt. Die frühen Abendstunden läuteten so langsam das Ende des Tages ein. Erst jetzt öffneten nach und nach auch die letzten Shops der Stadt ihre Pforten, das Nachtshopping war eröffnet. Auch das scheint hier ganz normal zu sein. Morgens schläft alles bis in die Puppen und abends klingeln die Kassen. Im Gegensatz zu Hossegor gab es hier nicht bloß Surf- und Skateware, sondern auch jede Menge Accessoireplunder. Dazwischen prahlten bunte Süßwarenläden mit Softeis, heißen Waffeln mit Schokosoße, Sahnehaube und fruchtiger Dekoration, Crêpes aller Art, und - eine Erfindung für die ich mich gar nicht begeistern kann - Churros, sowie Steakhäuser und natürlich Fischrestaurants mit Allerlei aus den Weiten des Meeres hervor. Besonders dieses Allerlei aus dem Meer zog mitleidige Blicke auf sich, als es uns traurig durch die Glaswand seines übergroßen Aquariums anschaute und dabei die Stunden, vielleicht auch nur Minuten oder Sekunden zählte, bis es ebenso leblos wie seine Kumpels auf der Arbeitsplatte des ruppigen, dickbäuchigen Chefkochs landen und zu einem köstlichen, überteuerten Festmahl zubereitet werden würde.

Gerade, als wir die letzte Straße abgelaufen hatten, rumpelte und pumpelte es in der Ferne. Regen lag in der Luft und reinigte sie von den vielen winzigen Meeressalzmolekülen. Wir sollten uns beeilen, die Wäsche hing schließlich noch draußen! Doch als wir den Campingplatz noch rechtzeitig erreicht hatten, stellte sich die nächste Frage: Wohin mit der noch sehr klammen Wäsche? Ins Auto wäre irgendwie ungünstig mit der ganzen ausdünsteten Feuchtigkeit. Aber was würde uns übrig bleiben? Nichts. Eben. Deswegen belagerten wir die vorderen Sitze mit der frisch duftenden Wäsche. Hatte ja schließlich auch was für sich. Danach verzogen wir uns auch nach drinnen und versuchten mit dem aufs Autodach brasselnden Regen im Ohr einzuschlafen. Der Regen hielt sich wacker und dauerte die ganze Nacht an. Um 5 Uhr morgens wurde ich aus irgendeinem Grund wach und stellte fest, dass der Schauer weitergezogen war. Und weil man um diese Uhrzeit ja auch nichts besseres zu tun hat, fing ich an die noch sehr nasse Wäsche erneut aufzuhängen. Als Danilo davon geweckt wurde, half er mir. Danach kuschelten wir uns zufrieden zurück in unsere Schlafsäcke und schlummerten wieder ein. Jedoch nicht für lange. Nur 30 Minuten später donnerte es vom Autodach. Tock...Stille...Tock...Stille...Tocktock...Tocktocktocktocktock! Och nein...Da war er wieder, der Regen. Leck mir doch die Füße! Wer will uns hier eigentlich auf den Arm nehmen? Wie von der Tarantel gestochen sprangen wir abermals auf und holten die Wäsche zurück ins Auto. Dann versuchten wir es noch einmal mit dem Einschlafen.
Es klappte und so wachten wir erst gegen halb 9 wieder auf. Ein drittes und letztes Mal versuchten wir unsere Wäsche zu trocknen, doch die Zeit reichte nicht aus, da wir um 11 Uhr den Platz räumen mussten. Sei es drum, wieder packten wir den Krempel ein und fuhren weiter. Heute sollte es dann wirklich nach Biscarrosse gehen. Allerdings erst nachdem wir den Markt im 176 km entfernten Montalivet besucht hatten. Auch den Markt kannte ich noch von früher, allerdings hat sich das Angebot ziemlich verändert. Früher wurden hier handbemalte Strandtücher und Hippieklamotten, Musikinstrumente aus aller Welt, Schmuck, Delikatessen und natürlich auch eine Portion Kitsch verkauft. Heute findet man noch immer dasselbe, allerdings in auffällig verminderter Ausprägung. Dafür kann man jetzt Selfie Sticks und iPhone Speaker aus Holz kaufen. Aber zumindest das Essensangebot überzeugte, daran hatte sich in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht viel verändert. Wir probierten uns durch, jeder Standbetreiber bestand darauf uns eine Leckerei in die Hand zu drücken. Manchmal lohnte es sich, ein kostenfreier Gaumenschmaus, einige Male hatten wir aber auch viel Mühe damit uns den Ekel nicht anerkennen zu lassen. :D Geschmäcker sind eben verschieden.
Er hier passte ganz genau auf wer da an seine Melonen ging

Das Wetter wollte sich einfach nicht entscheiden, es wurde wiederholt dunkel am Horizont und wir beeilten uns noch trocken ans Auto zu kommen. Nun aber Marsch, auf nach Biscarrosse. Hinter einem Campingplatz fanden wir eine Parkzone, wo man auch über Nacht stehen durfte, sich aber die Mietkosten sparte. Wo da der Sinn lag, wussten wir nicht, nahmen das Angebot aber natürlich gerne an. Endlich schafften wir es unsere Wäsche rauszuhängen und endlich trocken zu bekommen. Das wurde aber auch Zeit. Gegen Nachmittag lies sich eine seltene Freundin blicken. Durch die Regentropfen, die zwischen den riesigen, nadeligen Äste der Pinienbäume hingen, brachen die warmen Sonnenstrahlen und dränierte den aufgeweichten Boden und das nasse Gehölz. Wir nutzten die Gelegenheit um den Strand zu erkunden, jedoch war es für mich kaum warm genug, um hier zu beachen. Danilo hingegen wagte sich mit Bodyboard ins Meer.

Abends schauten wir uns noch die Stadt an, hier war der Teufel los. Alle Geschäfte luden zum Flanieren ein, Restaurants lockten mit himmlisch riechenden Speisen, Künstler gaben ihre Spray-Kunst zum Besten und der Geruch von Zuckerwatte lag in der Luft. So schlossen wir den Tag rummelmäßig und zuckerhaltig ab.

Impressionen des Tages:
 ein nettes Plätzchen für umme
na, wo geht's morgen hin? Routenplanung und Dokumentation
 irgendwo auf dem Weg fanden wir einen Skatepark und einer freute sich wie ein Schnitzel! :)

 Auch ich lies mich nicht lumpen und versuchte mal mein Glück...
aller Anfang ist schwer :-P

Freitag, 21. August 2015

Hossegor macht dich arm

Besonders weit kamen wir nicht. Genau genommen nur 5,2 km. Nach Hossegor. Beim Durchfahren dieses Städtchens fielen uns beinahe die Augen aus dem Kopf! Ein Surf Shop neben dem anderen, paradisisch für die Augen, Balsam für die Seele, das Game Over für den Geldbeutel. Leider oder zum Glück war es schon so spät, sodass die meisten Geschäfte bereits geschlossen hatten. So zogen wir weiter und suchten uns einen Platz für die Nacht. Den fanden wir in einer Seitengasse direkt am Meer. Mit dem Luxus waren wir nicht alleine und so fanden wir uns eingereiht zwischen Wohnmobilen und Campern wieder, packten unseren Gaskocher aus und brutzelten uns ein Abendessen aus jeder Menge Gemüse und hartem Baguette.
Nach und nach kamen die Besitzer der Wohnmobile vom Strand zurück und fuhren davon, einer nach dem anderen. Das kam uns schon komisch vor, aber wir köchelten weiter. Blöderweise pfiff der kleine blaue Ceranfeld-Ersatz schon aus dem letzten Loch, das Gemüse wollte einfach nicht gar werden. Als dann auch noch die Polizei auftauchte und uns klar machte, dass weder Kochen, noch Essen oder gar Übernachten erlaubt sei, packten wir, vom Auge des Gesetzes scharf beobachtet, zusammen und aßen im Auto, denn das hatten sie uns ja schließlich nicht verboten. Danach mussten wir uns erneut auf die Suche machen, jetzt hatte sich bereits der schwarze Schleier der Nacht über die Stadt gelegt und wir irrten immer noch ziellos umher. Überall hingen Schilder, die uns unmissverständlich zu verstehen gaben, dass man hier nicht über Nacht stehen oder schlafen durfte. Doch dann fiel uns ein deutscher Campervan ins Visier, der in einer Seitenstraße parkte. Die könnten wir doch mal fragen! "Ihr müsst ins Wohnviertel fahren. Das machen wir auch schon seit 2 Wochen und wurden bisher nicht erwischt. Aber hier direkt am Meer habt ihr keine Chance. Hier fahren sie regelmäßig Patroullie!" Okay, verstanden. Im Wohnviertel bot sich eine recht witzige Szenerie. Sobald die Nacht über den Tag siegte, tuckerten hier Bullys herum. Ganz langsam. Hielten an jeder Ecke an. Es war deutlich erkennbar, dass die Leute etwas suchten. Einen Schlafplatz. Also waren wir hier nicht alleine und trafen an jeder zweiten Ecke Gleichgesinnte, die Ausschau nach einem schattigen Plätzchen im Schutze der Dunkelheit hielten. Am besten nicht direkt an einem Hauseingang und ganz wichtig - ebenerdig. Ein paar Mal durchquerten wir die Straßen, die von wuchtigen und monströsen Anwesen mit kilometerweiten Gärten, Pools und eigenem Tennisfeld umbaut waren, bis wir einen Spot gefunden hatten, der uns günstig erschien. Mucksmäuschenstill packten wir die Granny um und zogen die Türen hinter uns zu. Knöpfchen runter. Geschafft. Keiner bemerkte unsere Anwesenheit. Und so konnten wir eine zwar sehr warme und stickige, aber ruhige Nacht verbringen.
Am Morgen darauf versuchten wir genauso unscheinbar wie in der Nacht zuvor die Prozedur rückwärts abzuspielen, packten das Auto um und machten uns umgehend aus dem Staub, bevor wir doch noch von einem der Anwohner angemeckert würden. Wir fuhren zurück in die Stadt, die uns gestern so gut gefallen hatte. Bloß ein wenig Bummeln, nur so zum Spaß, danach wollten wir auch direkt weiterfahren. Doch daraus wurde nichts. Denn heute fand in Hossegor ein mordsmäßiger Ausverkauf statt und mordsmäßig trifft es hier wirklich sehr genau.
Die Stadt war so voll mit Menschen, dass man keinen Fuß vor den anderen setzen konnte, Parkplätze waren Mangelware, Autos kämpften sich im Schneckentempo durch die Menschenmassen, Schlangen bildeten sich vor den von Securities bewachten Eingängen, Eltern hafteten für ihre Kinder. Ein Glück hatten wir die letzten Tage so viel Energie gesammelt, dass wir uns heute ins Getümmel stürzten konnten. Doch es war schon unmenschlich, wie es hier zu ging. Unsere Ausbeute war trotzdem beachtlich. Neben ein paar schicken Shirts zum halben Preis, einem kompletten Skateboard und satten 2 Paar neuen Schuhen für Danilo trugen wir ein fettes Grinsen auf den Lippen und dampften ab, bevor wir uns komplett verschulden konnten. Diesen Ausverkauf gibt es wohl auch noch einmal um Ostern herum, „Braderie de Pâques" nennt man dann das Ganze. Aber nun mussten wir unseren Adrenalinpegel mal wieder herunterschrauben; wir suchten uns einen simplen Campingplatz ohne viel Schnick Schnack und erholten uns von der aggressiven Reizüberflutung diesen Tages.
 Danilo räumt auf...
 Das einzig nervige in der Nähe war ein deutscher Reisebus. Zwar gehörte dazu keine ganze Reisegruppe, dafür aber 2 Familien mit Kindern, die den ganzen Platz unfreiwillig unterhielten. Die Kinder nörgelten, die Mutties schimpften, die Vatties ignorierten und unterdessen brummte der Busmotor vor sich hin, um den Innenraum zu kühlen. Herrlich. Wenigstens unsere französischen und italienischen Direktnachbarn waren sehr nett und angenehm. Aber morgen sollte es dann wirklich weitergehen. Angepeiltes Ziel: Biscarrosse Plage.


Impressionen des Tages:
 das erste Maul Pedale treten seit knapp 2 Monaten...läuft doch!

 
„Braderie de Pâques“

Mittwoch, 19. August 2015

Capbreton - Endlich Urlaub...

"Sie wissen schon, dass im Auto Übernachten hier verboten ist, ja?", frotzelte der gerüstete Gendarme, der sich breitbeinig und bestimmend vor der Granny aufgebaut hatte und einen kleinen Block aus seiner Tasche zog. "Guten Morgen Officer! Schön, dass Sie uns wecken, wir wollten ohnehin gerade aufstehen!". Mit eingezogenem Schwanz packten wir zusammen und zischten ab, bevor wir einen Strafzettel kassieren konnten.
Bloß hatten wir kein Ziel, darum brummten wir auf gut Glück mal los die Küste hinauf. Auf dem Weg klapperten wir einige Campingplätze ab, denn wir brauchten dringend eine Toilette, eine Dusche wäre auch nicht verkehrt gewesen und Strom. In der Saison war es hier aber überall so unglaublich teuer und überfüllt, dass wir die Suche bald einstellten. Wir brauchten schließlich nicht unbedingt ein Spieleparadies, fünf Pools, einen Streichelzoo und non-stop Animatiom. Wobei...Spieleparadies? Das wäre ja fast eine Überlegung...nein, nix da! Wir hielten lediglich Ausschau nach einem Plätzchen, an dem wir mit der Granny in Ruhe und legal hausen dürften. Per Zufall fanden wir genau den in Capbreton, direkt am Meer, mit selbstreinigendem "Stehklo in der Box" und einer Entsorgungsstation mit Wasserhahn, an dem die meisten Leute aber auch ihr Geschirr und ihre Wäsche wuschen. Zunächst belegten wir einen Plätzchen auf dem Stellplatz für Wohnmobile, Wohnanhänger, Campervans und Co. Die Nacht kostete 12,50 Euro, die bei der Kassiererin am Abend bezahlt werden müssten. Bis diese aufkreuzen würde, würden wir warten müssen. Denn uns beschäftigte brennend eine knifflige Frage: Sind wir ein Campervan? Im Prinzip sind wir genau so ausgerüstet, wie jeder simple Van. Ebenso wenig wie diese waren wir self-contained, sprich wir haben kein eigenes Töpfchen und keine Dusche on board. Solange wir aber nicht wussten, was wir waren, blockierten wir frech einen Stellplatz und warteten ab.
Derweilen vergnügten wir uns am Strand, stürzten uns in die kalten, wuchtigen Wellen, schauten den Surfern neidisch beim Plantschen zu, wuschen uns an der Entsorgungsstation den Kopf, besichtigten gegen Abend das Städtchen, dümpelten von einem Laden in den nächsten und hamsterten uns mit Lebensmitteln ein. Auf dem Rückweg erblickten wir schon von weitem ein auffälliges Auto mit Aufschrift Gendarmerie am Eingang des Stellplatzes. Die waren gerade hier zur Ticketkontrolle. Wir kamen keine Sekunde zu früh! Kurz bevor sie unsere Granny erreichten, holten wir sie ein und erklärten unsere Lage. "Hier könnt ihr nicht stehen bleiben.", damit war unsere Frage unzufriedenstellend beantwortet; wir sind kein Camping Car. Doch die netten Uniformmodels hatten auch eine gute Nachricht: Der PKW-Parkplatz genau nebenan war kostenfrei und durfte auch nachts genutzt werden. Alles was wir machen mussten ist die Granny in eine andere Parklücke schieben und so würden wir uns sogar die Parkgebühren sparen. Jawoll! :)
Abends stellten wir fest, dass mehr als die Hälfte der hier parkenden Autos und Kleinbusse Camper wie wir waren. Die Atmosphäre war herrlich! In den Abendstunden öffneten sich alle Kofferräume, Gaskocher, Klapptische und Campingstühle wurden aufgebaut, Abendbrot! Einige tischten hier richtig auf,  dass man nur neidisch rüberblinzeln konnte und versuchte den leckeren Duft nicht einzuatmen. 
Nach dem Abwasch pilgerten die meisten Leute zum Strand, um den ruhebringenden Sonnenuntergang zu bewundern, danach war Schlafenszeit. Gemeinschaftliches Zähneputzen hinter den Autos und ab in die Kojen. Einige wenige Erwachsene setzten sich noch gemütlich bei flackerndem Kerzenschein und einem Gläschen Wein zusammen, andere kuschelten sich derweilen schon in die manchmal sehr abenteuerlich zusammengeschreinerte mobile Knutschkugel und schlummerten im Mondlicht und dem sanften Rauschen der Wellen ein. So verbrachten wir drei sonnige und total entspannte Tage, vergaßen all den Kuddelmuddel der vergangenen Wochen.

 
 ein Bierchen zum Sonnenuntergang

 leider etwas unscharf...
 Danilo macht den Abwasch, so gehört sich das! :)



Ein ungewollt nächtlicher Ausflug
Eines Abends kamen wir auf die glorreiche Idee, den Strand bis zur Stadt entlang zu laufen. Auf dem Weg kamen wir an alten Kriegsbunkern vorbei, die aus dem nassen, überfluteten und doch durch die Abendsonne warm leuchteten Sand ragten.



 

Riesige verdrahtete Betonbauten, in denen einst kriegerische Soldaten hinter den dicken Mauern warteten, bis ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Einige Eingänge in die heute bunt angesprühten Kriegsruinen waren teilweise noch so erhalten, dass man sich in ihnen umschauen konnte, sofern sich nicht gerade die Flut in den luftdichten Kammern ausbreitete.  Je länger wir uns diese Steinklötze anschauten, desto mulmiger wurde uns zumute. Die Franzosen dagegen scheinen sich überhaupt nicht mehr um diese geschichtsträchtigen Überbleibsel einer grausamen vergangenen Zeit un scherren. Für sie stehen die Dinger halt da. Heute schmücken Angelschnüre und rauchende Jugendliche, die sich in den Ruinen vor Mama und Papa verstecken, das Bild. Und weil wir uns so lange hier aufhielten und auch in der Stadt herumtrödelten, war es schon bald stockfinster. Das Problem an der Sache war nur, dass wir ja noch am Strand zurücklaufen mussten, hatten aber kein Licht, keine Taschenlampe. Der Himmel war lückenlos bedeckt mit fetten Wolken, so konnte nicht einmal der Mond uns Licht spenden und den Weg weisen. Man konnte die Hand vor Augen nicht sehen, als wir die Füße zurück in den Sand setzten. Wie zwei orientierungslose Maulwürfe tasteten wir uns blind am Ufer entlang. Hier und dort hörte man Stimmen aus der Dunkelheit. Kleine Menschengrüppchen, die hier in die Nacht schwärmten. Sehen konnte man sie allerdings nicht. Es kam uns vor wie eine Ewigkeit, wir hatten keinen blassen Schimmer, wo wir waren und wie wir den sandigen Aufstieg zu der Düne finden sollten, hinter der unsere Granny stand und wartete. Doch dann trafen wir auf eine Gruppe Jugendlicher, die hier am Strand feierten und ein wenig Licht bei sich hatten, sodass wir erkennen konnten wo wir waren und einbiegen mussten. Endlich zurück kuschelten wir uns in die warme Granny, die noch schön von der Tageshitze aufgeheizt war.


Eine neue Liebe
Am vierten Tag hatte vor allem Danilo Hummeln im Arsch. Um etwas dagegen zu tun, besuchten wir einen Surfkurs, in dem uns ein in die Jahre gekommener Surferboy mit standardmäßigen blondgefärbten Locken und unstandardmäßigem Bierbauch in gebrochenem Englisch versuchte den Umgang mit einem Surfbrett näher zu bringen. 1,5 Stunden auf, neben und unter dem Board powerten uns gut aus, doch es machte unglaublich viel Spaß! Und zack wir waren infiziert! 
Ich erinnere mich gerne an meinen Surfkurs in Sydney, der auch schon knapp 2 Jahre zurückliegt, und mir fällt sofort wieder ein wie geil Surfen ist! Einmal im richtigen Moment aufgesprungen schwebt man über das Wasser, mehr oder weniger kontrolliert, ein wahnsinniges Gefühl! Nach dem Kurs einigten wir uns darauf an jeder Ecke, ja sogar am Essen zu sparen, um möglichst oft Surfen gehen zu können. Am liebsten jeden Tag!

Unsere Gedanken kreisten nur noch ums Surfen. Beim Verlassen von Capbreton kamen wir an einem gigantischen Outlet vorbei. Gigantisch nicht nur der Größe wegen, sondern auch wegen der vielfältigen Ausstattung. Hier gab es neben den üblichen Surf- und Skateboard-Ausrüstung eben auch eine Bar mit eigener Zapfsäule, Kaffee und Kuchen, eine komplette Speisekarte, einen Lümmelplatz mit braunen Ledersofas, in die man sich reinsetzte und bis zum Hals darin verschwand, freien Internetzugang, eine Bühne mit darauf parat stehenden Musikinstrumenten, ja sogar einen eigenen Friseur. Komplett abgefahren! Beinahe kamen wir in die Versuchung eine große Menge Geld hier zu lassen, doch gottlob, unser Verstand meldete sich frühzeitig und zwang uns zu gehen. Gepusht und glücklich schwangen wir uns zurück in die Granny und fuhren ein Stück an der Küste entlang, um einen neuen Stellplatz zu finden.