Als wir in Mendig ankamen, sah das Wetter leider nicht vielversprechend aus und so vertagten wir die "Traumpfads-Wanderung" auf den Sonntag und erbarmten uns eine Tour in den tiefsten Bierkeller der Welt mit anschließendem Rundgang durch den Lavadom zu machen. Der Tourguide war ein grauer älterer Mann, der versuchte seine Introduktion möglichst kindgerecht à la "Hier kommt die Maus" zu halten, wobei ich mir sicher war, dass hier jedes Kind, wenn es gekonnt hätte, nach 2 Minuten zu Peter Lustig umgeschaltet hätte. Aber hier gab es keine Fernbedienung und so ließen wir das Inputgewitter über uns ergehen. Der alte Herr, der mir selbst wie ein Urzeitgestein vorkam, brachte uns durch einen Abgang in einem schmalen Tunnel über 150 Stufen in eine tropfende, eiskalte Lavahöhle, der durch den früheren Abbau von Lavagestein entstand und später als Brauereikeller genutzt wurde. Dazu eignete sich dieser Keller besonders gut, weil hier, egal zu welcher Jahreszeit, konstante 8°C herrschten. Das ging alles so lange gut, bis Herr von Linde den Kühlschrank erfand. Danach war der Käse gegessen oder sollte man sagen "das Bier getrunken"? Nunja. Jedenfalls brauchte man den Keller nun nicht mehr. Über die Nutzenjahre hatte sich hier ein ganzes Netzwerk aus Höhlen, Schächten, verbunden durch schmale Schächte und Trappelpfade gebildet, die heute nur noch zur Besichtigung und im Winter als Zuhause für zahlreiche Fledermäuse taugen. Am Ende der Tour und dem Aufstieg der 150 Treppenstufen, die uns aus dem Bierkeller wieder ans Tageslicht brachten, kam dann mein persönliches Highlight.
Es steckt also doch noch ein Kind in mir :)
Gefüttert mit Endorphinen und Farbstoff vertraten wir uns noch ein wenig die Beine und sahen uns um. Man konnte wirklich nicht übersehen, dass hier in 1 Woche das 30. Rock am Ring Festival stattfinden sollte. Überall in den Schaufenstern gab es Rock am Ring Dekoration, es lagen Zeitungen aus mit riesigen Titelseiten und von manchen Stellen aus konnte man sogar auf das Fluggelände linsen, auf dem bereits kleine weiße Spitzen von großen weißen Zelten zu erkennen waren und sogar ein Riesenrad ragte hinter den Bäumen und Büschen hervor. Aber es gab noch mehr zu sehen! Zum Beispiel die alten Maschinen und Gerätschaften, mit denen früher das Lavagestein abgebaut wurde, wunderschöne Natur und ein paar lustige Tiere.
Danilo beim spielen
3 Esel unter sich :-P
Also ich finde ja nach einem solchen Tag hatten wir uns eine Belohnung verdient. Nichts wie ab ins Vulkan Brauhaus! Das befand sich nur wenige Meter von unserem Stellplatz entfernt.
- vom Essen gibt es leider keine Bilder, da war ich zu beschäftigt :-P -
Wohlgenährt verzogen wir uns zu einem kleinen Spieleabend ins Wohnmobil meiner Eltern, wo wir feststellten, dass wir für die bevorstehende Nacht lediglich 1 Schlafsack im Auto liegen hatten! Oh, oh...wo war den bloß der zweite??? Danilo hatte doch beide mitgenommen, sagte er zumindest. Die Antwort blieb uns vorerst verwehrt und so musste improvisiert werden. Zum Glück hatten wir die Mama dabei! :D Als hätte sie es geahnt! Die hat nämlich immer alles in doppelt und dreifacher Ausführung parat liegen. Zwar war es kein Schlafsack, dafür aber eine rosafarbene Fleecedecke und eine Wärmflasche, jaaa, Tatsache! Zusammen mit einem dünnen Schlafsack, der ohnehin schon für den Sommerurlaub in der granny einquatiert war, gab das eine relativ gute Kombination, sodass Danilo nicht erfrieren musste. :) Wo der zweite Schlafsack zu diesem Zeitpunkt stand zeigte sich später.
Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Sonderlich gut geschlafen hatten wir beide allerdings nicht. Aber ich schätze eine Generalprobe darf auch nicht gut laufen. Erst war es viel zu kalt, dann war der Platz zu wenig und die Nähe zueinander zu viel, dann war es zu hell und die Vögel fingen schon an zu zwitschern. Leicht gerädert purzelten wir gegen halb 9 aus dem bullig warmen Auto, dass sich durch die Morgensonne bereits gut aufgeheizt hatte. Anders, als es im Sommer sein wird, wechselten wir heute nur von einem Auto in das andere und hatten plötzlich ein kleines Bad, eine Küche und einen Tisch gedeckt mit Kaffee, Kakao, Brötchen, Früchten und anderen Frühstücksleckereien - es war ein Fest! Und dann konnte es losgehen, ab zum Traumpfad!
guten Morgen, Sonnenschein!
der riesige Steinbruch bei Mendig
Mahlzeit!
die "siewe stuwe"
Bär Kurt immer mit dabei!
Eine schöne Wanderung! Auch das Wetter spielte einigermaßen gut mit. Aber es gibt doch nichts über das wohlwollende Gefühl sobald man die Schnürsenkel Häkchen für Häkchen löst und nach und nach frische Luft an die (Käse-)Füße kommt, man die Beine hochlegt und sich das angestaute Blut wieder im ganzen Körper verteilt. Zur Stärkung für die Heimreise gab es in einem kleinen Café, dass in eine alte Holzscheune gebaut worden war, für jeden noch ein großes Stück selbstgebrackenen Kuchen und eine Tasse Kaffee. Dann ging es zurück in die Heimat. Für die einen an die Nahe, für die anderen an den Rhein. Und ihr kommt niemals darauf, was wir hier zu Hause in meiner Wohnung fanden! ;) Ja guck mal einer an, da stand der verloren gegangene Schlafsack und fragte sich verwundert, warum er nicht mitgenommen wurde. Danilo hatte in der Eile am Samstag morgen ein paar Sachen aus der granny geräumt, damit wir mehr Platz fürs Wochenende haben würden und hat versehentlich auch ihn mit reingetragen. So klärte sich auch dieses mysteriöse Verschwinden ganz harmlos auf.




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